Das Kreuz mit dem Kreuz

IMAG1343_1Ich trage ein winzig kleines Kreuz um den Hals, seit 2012. Das war das Jahr, in dem meine Mutter starb. Ein paar Wochen nach ihrem Tod sichteten meine Schwester und ich schweren Herzens ihre Hinterlassenschaft; ein Kopftuch hier, Bettwäsche da, Geschirr und Hausrat ohne Ende… Jedes Stück ging durch unsere Hände, nichts wurde achtlos weggeworfen. Das kann …noch brauchen, das und das… kriegt die Caritas….das und jenes kann man Leuten, denen es nicht so gut wie uns geht, geben…

So ging das tagelang. Dabei ist hier nicht die Rede von großartigen, in Geld messbaren Werten. Wir wollten ihren Geist der eigenen Sparsamkeit und Großzügigkeit anderen gegenüber weitertragen. Es ihr recht machen. So hat sie uns erzogen, und es war für uns unmöglich, das irgendwie anders zu tun.

Es wäre jetzt übertrieben, zu sagen, es hätte eine Schmuckschatulle gegeben. Meine Mutter hatte, so lang ich mich erinnern kann, ihren Ehering, Ohrringerl (die ich ihr, vor allem in den letzten Monaten, so oft rein und rausnahm…) und ein kleines Kreuz als Anhänger. Das war’s. Ich war beinahe erstaunt, dass sich da noch andere Anhänger darin befanden, zwei oder drei. Meine Mutter hat sich nie um Schmuck geschert. Ihre Prioritäten waren andere.

Das kleine Kreuz. Sie hat es von meinem Vater bekommen, da war sie weit jünger als ich jetzt, und als sie es zum ersten Mal trug und ich es sah, war sie so stolz darauf. „Weißgold…“. Ich, die ich damals Hippiekleider trug und auch keine Ahnung hatte, was Schmuck so kosten kann und wert ist, war natürlich so beeindruckt wie sie selbst. Und, mein Vater (der schon seit über 20 Jahren nicht mehr lebt) hatte es ihr geschenkt. Wow.

Der Schmuck war also rasch aufgeteilt. Ich wollte, unbedingt, dieses kleine Kreuz, von dem ich heute natürlich weiß, dass es monetär gesehen einen geringen Wert darstellt. Ich ließ es reinigen, einen neuen Verschluss dran machen, und seither, also seit Jahren, trage ich es Tag und Nacht. Es ist mein Glücksbringer, mein Halt, meine Erdung. Wenn ich gar nicht ein und aus weiß, aufgeregt bin, nervös bin, unglücklich bin,…dann schau ich in den Spiegel und sehe es, oder ich drehe es gedankenverloren zwischen den Fingern rum, und es gibt mir Kraft. Ich hoffe, es nie zu verlieren, und ich will keinerlei Schmuckstück um meinen Hals lassen als dieses.

Warum ich diese recht unspektakuläre Geschichte aufschreibe? Weil ich, gerade in letzter Zeit, oft gefragt werde, wie das zusammen gehe: Eine aufgeschlossene, emanzipierte, erfolgreiche Frau, die längst und aus gutem Grund aus der Kirche ausgetreten ist – und dieses Symbol. Überhaupt, das Tragen eines Kreuzes ist doch heute mehr als unschick – oder aber „schickes Accessoire“…

Meine Mutter war, so wie meine Großmutter, eine sehr religiöse Frau. Ich bin es, im katholisch-kirchlichen Sinn, heute nicht, hatte jahrelang (und habe vielleicht noch immer) im Nachhinein Probleme mit der erzkatholischen Erziehung, die ich zuhause, am Land, erfahren habe. Nichts Schlimmes, aber doch… bei der Beichte Sünden erfinden, für die man dann 3 Vater Unser betet usw… Das war meine Kindheit. Ein Teil davon.

Soweit zu dem kleinen Kreuz, das ich tragen werde, solange es hält, oder ich es nicht verliere (Gott behüt!). Ich liebe es, und es verbindet mich immer noch, jeden Tag, mit meiner Mutter. Mahnend, liebend, tröstend, aufbauend. Das kann mir niemand nehmen.

 

 

 

 

 

 

 

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Vorteile des Heumarkt-Neu-Projektes?

Die Liste wird täglich länger…deshalb ein Update der vorgeblichen tollen Maßnahmen des Investors zugunsten der Bevölkerung:

 

1.Der Eislaufplatz bleibt erhalten.

Eine Stadt, die zu den wohlhabendsten der Welt gehört, sollte sich das auch leisten können, ohne dafür einen hässlichen Luxuswohnturm daneben hinstellen zu müssen. Man kann sich ja mit dem Eislaufplatz vorm Rathaus sogar eine zweite – innerstädtische! – Eislauffläche leisten. Ich geh gern Eislaufen am Heumarkt. Es ist teuer, und die Garderoben und Nebengebäude sind tatsächlich in die Jahre gekommen. Liebe Stadt Wien, dann sanieren wirs halt! Abgesehen davon: Der Pacht-Vertrag des Eislaufvereins läuft auch ohne das Projekt bis ins Jahr 2058.

2.Im Sommer entsteht eine große öffentlich nutzbare Freifläche ohne Konsumzwang.

Dieses Argument kann nur von Menschen kommen, die NICHT im Heumarkt-Grätzel leben. Gerade hier gibt es rundum jede Menge an öffentlichen, wunderschönen, frei zugänglichen grünen Flächen: Der Stadtpark (mit Spielplätzen, Fussball- und Basketballplätzen, Fussballwiese, Hundezone, großen Wiesen…), der Modenapark (ebenfalls mit Kinderspielplätzen), der Platz rund um den Hochstrahlbrunnen, der Belvedere-Park, der botanische Garten…. Ja, es ist wirklich lebenswert in der Umgebung. Ein Platz, dessen Zugänglichkeit vom Goodwill eines Investors abhängt, und der keinen der vorher genannten Parks an Lebensqualität übertreffen kann, der nichts als reissbrettartigen Charme verprüht, ist hier nicht nötig.

Abgesehen davon: Es gibt seit über zehn Jahren hier im Sommer „Sand in the City“, wir reden hier also nicht von der, gern so genannten, unbespielten, brach liegenden Gstettn. Neben Strandfeeling mit vielen Bars und kulinarischer Versorgung aus aller Welt kann hier auch Beach Volley-Ball gespielt werden. Die Qualität der Standln kann ich als Hundehalterin nicht beurteilen, da auf dem Sandplatz Hunde-Verbot herrscht. Das ist schade, aber verständlich. Auf alle Fälle steppt dort, vor allem abends, der Bär. Wenn einem das zuwenig chick ist, kann auch das sicher – recht einfach – geändert werden.

3.Es wird ein Durchgang zwischen dem 3. und 1. Bezirk ermöglicht, der außerdem dem Konzerthaus einen weiteren Ausgang/Eingang bringt.

Ein höchst absurdes Argument. Es GIBT nämlich diesen besagten Durchgang, er wird nur meistens vom Pächter verschlossen gehalten. Was eigentlich nichts ausmacht, denn wer BRAUCHT diesen Durchgang? Fussgänger, die aus der Marokkanergasse DIREKT in den ersten Bezirk wollen. Das sind außer mir vielleicht 20 Leute am Tag, die so wie ich eben das Intercont oder das Akademietheater umrunden. Wirklich kein großes Problem! Gibt es nicht in der ganzen Stadt Häuserblocks, die man umrunden muss, um weiterzugehen?

Und zum Konzerthaus: Das hat bereits zwei Ein- und Ausgänge. Das müsste eigentlich reichen. Und selbst wenn man Bedarf hätte an diesem dritten Zugang: Was hält einen davon ab, den Durchgang neu zu eröffnen und die Fassade ansprechend zu gestalten?

4.Es wird eine Durchwegung auf Höhe der Lagergasse geben.

Noch absurder als Punkt 3. Die Unmöglichkeit, zwischen der Marokkanergasse und der Salesianergasse vom dritten Bezirk direkt in den 1. zu kommen, liegt nämlich nicht daran, dass es an Wegen fehlt, sondern dass das Heumarktgrätzel etwa 2 Meter tiefer angelegt ist und so durch eine Mauer zum Heumarkt abgegrenzt ist. Das heißt, wer auch immer diese Durchwegung nützt, muss dann/oder nachher auf der vielbefahrenen, vierspurigen Heumarkt-Straße flanieren… Kein wirklicher Gewinn, weder für Spaziergänger noch für Menschen, die es besonders eilig haben, denn in Summe bleibt die Wegstrecke gleich.

5.Es wird ein unterirdischer Turnsaal errichtet.

Siehe Punkt 1). Eine Stadt (oder ist es in dem Fall der Bund? keine Ahnung, aber egal), die sich einen Turnsaal für eine Schule nur leisten kann, wenn sie dafür einen Luxuswohnturm daneben hinstellt, muss ganz schön arm sein. Ist Wien so arm? Lustigerweise äußerten sich gerade Schüler des benachbarten Akademischen Gymnasiums bei einer  Protestkundgebung dezidiert gegen die neuen Pläne, die sie „hässlich“ finden.

Vielleicht könnte man ja stadtplanerischerweise auch einmal die vielen Leerstände in der Region sichten… das gilt auch für die versprochenen, neuen „Kulturbüros“ (was auch immer das sein mag). Die Gegend rund um Wien Mitte hat man ohnehin schon – ebenfalls durch ein Riesen-Bauprojekt –  ruiniert, dort wären Kulturbüros oder ähnliche Start-Up-Unternehmen keine schlechte Idee zur Belebung der Gegend…

6.Das Intercont ist hässlich und renovierungsbedürftig und soll erneuert werden.

Ist das Aufgabe der Stadt? Ein Hotel hat einen Besitzer, und wenn dieser der Meinung ist, es sei sanierungsbedürftig oder abrissreif, dann soll man das prüfen und dann soll er das tun. Man kann es ja besser machen als es derzeit ist! Selbst zur Zeit der Nachkriegs-Moderne musste man sich übrigens an die vorgegebene Bauhöhe halten – und in den 1960er Jahren war noch keine Rede von Weltkulturerbe. Warum gilt es als selbstverständlich, dass  man nun wieder was hinklotzen muss, was weder in die Gegend passt noch zeitgenössischer Architektur entspricht? Da ist mir das bestehende Intercont, schon aus „Tradition“, als architektonisches Denkmal bzw Mahnmal lieber! Abgesehen davon war von einem Abriss in der Planungsphase, aus der das Siegerprojekt hervorging, nie die Rede. Und vor der Absbestwolke fürchte ich mich jetzt schon.

7.Der Investor stellt die unteren Geschoße für öffentliche Zwecke zur Miete zur Verfügung und verzichtet auf Luxus-Wohnzins dabei.

Nun, der Investor hätte wahrscheinlich auch Probleme, für die unteren Geschoße (mit direktem Ausblick auf die Platte) als Luxuswohnungen zu vermieten. Nun sollen öffentlliche Institutionen – trotzdem immer noch teure – Miete zahlen, und der Investor hat damit fixe Einnahmen auf Jahre… hier wird wieder ein nicht bestehendes Bedürfnis als Entgegenkommen des Investors kommuniziert, das in Wirklichkeit in einen Deal mit der Stadt/dem Bund münden wird… Gegenvorschlag: Wie wäre es, die Gesamtkubatur des Monsterprojektes einfach zu halbieren?  Leerstände, die sanierungsbedürftig und erhaltungsbedürftig sind, gibt es genug in Wien, auch leerstehende Büros hat die Stadt sonder Zahl.

8.Der Investor errichtet eine öffentlich zugängliche Aussichtsterrasse

Nein, liebe Leser, zu früh gefreut: Nicht am Dach des Hochhauses, sondern auf dem sogenannten Sockel, der Platte!!! Wohin man von dort aus die Aussicht genießen soll, ist ein großes Rätsel…

 

9.Wien soll eine offene, lebendige, moderne Stadt sein.

Und dafür brauchen wir ein hässliches Luxus-Hochhaus? Das schreit dann täglich: Seht mal, wir geben Investoren die Möglichkeit, hier viel Geld zu verdienen, und wir sorgen dafür, dass Reiche eine adäquate Wohnmöglichkeit in unserer Stadt haben?

Wie provinziell und rückwärtsgewandt ist es eigentlich, die „Modernität“ und „Fortschrittlichkeit“ einer Stadt an der Errichtung unnötiger Hochhäuser festzumachen? Die Weltkulturerbe-Fläche der Innenstadt beträgt gerade mal 0,9 Prozent der Stadt. Und genau dort muss so etwas gebaut werden?

Wien ist eine offene, lebendige, lebenswerte Stadt. Auch ohne dieses Signal.

9.Die Projektgegner sind rückwärtsgewandte, historisierende Menschen, die sich gegen den Fortschritt und den Zeitgeist stellen.

Hier Antwort darauf zu geben, sprengt den Rahmen dieses Blogs. Als Kulturjournalistin, aber nicht Architektur-Expertin empfehle ich daher folgenden Blog von Christian Kühn zu lesen. Er ist Professor an der TU Wien, Studiendekan der Fakultät f Architektur u Raumplanung,Vorsitzender der Architekturstiftung Ö. u des Baukulturbeirats im BKA

Ebenfalls lesenswert die Sammlung an Gegen-Argumenten, die von der Kultur- und Architektenszene zusammengetragen und am 9.5. bei einer Pressekonferenz erläutert wurden. Hier der Download:

 

Man sieht also, es gibt – defacto – keine wirklichen Argumente FÜR das Projekt Heumarkt Neu. Da braucht man nicht einmal damit beginnen, Schwarzer-Peter-Karten zwischen Parteien oder Bund und Stadt hin- und herzuschieben, oder Seilschaftsvermutungen zwischen Investor, Partei und Medien anzustellen. Diese Diskussionen lenken nämlich nur vom Thema, vom Kern der Sache, ab.

Man braucht sich auch nicht einmal auf den gefährdeten Weltkultur-Erbe-Status berufen, um DAGEGEN zu sein. Zweimal ums Eck vom Heumarkt werden Straßen-Pflastersteine gehegt und gepflegt, als wären es Juwelen.  Es gibt es eine Menge Gründe, die gegen diese Verbauung sprechen. In Venedig baut man ja auch keinen Wohnturm ins Zentrum, damit in dessen Schatten Boccia gespielt werden kann, fiel sinngemäß vor kurzem in dieser Debatte.

Jetzt haben also nicht einmal 1000 Mitglieder der Grünen Wiens darüber abgestimmt, ob sie nun dafür oder dagegen sind. Obwohl das Abstimmungsergebnis der Basis für die Partei bindend sein sollte, ruft man daraufhin bei den Grünen das „freie Mandat“ aus – um damit gleichzeitig die „Pakttreue“ mit der SPÖ Wien und dem Investor zu „garantieren“. Auch die über 600 Stellungnahmen aus der Bevölkerung (eine selten hohe Zahl übrigens, in solchen Fällen) und die Stellungnahme des Bundes-Beirates für Baukultur werden ignoriert, bzw. wurden laut Vassilakou „bereits eingearbeitet“…

Es wird immer absurder. Was immer dabei rauskommt: Als Mitbegründerin der ökologischen Bewegung Österreichs hätte ich mir bei der Au-Besetzung in den 1980er Jahren nie gedacht, dass gerade die Partei, die daraus entstand, mir uninspirierte, hässliche, aus den Fugen geratene „Architektur“-Blöcke zugunsten eines Investors vor die Nase baut.

Meine Begegnung mit Mulham. Ein kleiner Syrer im Waldviertel

„Du bist wunderschön,so schön wie Deine Schwester!“ das hat Mulham bei unserem ersten Treffen gesagt, mir die Hand geschüttelt und mich mit großen Augen angestrahlt.

Das klingt kitschig, okay. Aber mit diesem Charme eines Volksschulkinds, mitten im Waldviertel, rechnest Du einfach nicht und bist emotional überrumpelt, was sagst Du da?

Mulham ist seit einem halben Jahr in Österreich. Er kam mit seinem Vater aus Syrien, der sich erhoffte, mit Kind leichter hier unterzukommen. Seine Mutter, seine Geschwister hängen in der Türkei fest, sie schuftet in einer Textilfabrik, um die Familie dort irgendwie über die Runde zu bekommen. Er, der Vater, kam her, um sich in die soziale Hängematte zu legen. Schaute den ganzen Tag Pornos, trank Alkohol ohne Ende, verweigerte Sprach- und Wertekurse und war einige Male innerhalb weniger Wochen extrem aggressiv zu Menschen, die ihm eigentlich helfen wollten, was auch Polizei-Einsätze erforderte.

Aber das erfuhr ich erst nach dem Treffen mit Mulham.

Mulham wurde als Pflegekind von Freunden aufgenommen. Sie geben sich, auf eine ganz natürliche, aber in Wirklichkeit extrem engagierten Art und Weise Mühe, Mulham eine gute Zukunft zu ermöglichen. Sie versuchen, ihn die Pornos seines Vaters („ich weiß wie Frau da aussieht…“), seine aggressiven Alkohol-Exzesse, in denen er den Sohn mit dem Gürtel schlug, vergessen zu lassen, sie lernen mit ihm, und lassen ihn an einem normalen Familienleben, in dem Friede und Respekt regieren, teilhaben.

Mulham ist eitel, er hat die Haare gegelt wie Ronaldo, sein Star. Er spricht nach einem halben Jahr sehr schönes Deutsch, und er hat mit seiner Mutter in der Türkei täglich über Whatsapp Kontakt. Sie schickte ihm Fotos von Ramadan-Essen… seine Pflegeeltern versuchten, die Speisen zu deuten, fragten ihn, was dies und das sei, um rauszufinden, was er gerne mag, um es für ihn nachzukochen, um ein wenig Heimweh zu stillen in ihm.

Mulhams Pflegeeltern sind froh darüber, dass der Staat mittlerweile zumindest die Pflegschaft gesetzlich erleichtert hat. Und ihr langfristiger Plan ist, die Mutter und die Geschwister hierher zu holen. Mulhams Vater ist, nachdem er polizeilich gesucht ist und keine Unterstützungen mehr bekam, untergetaucht, wahrscheinlich nach Wien. Das ist jetzt viele Wochen her, und er bleibt verschollen.

Später, zuhause bei meiner Schwester, hab ich mit Mulham im Spiel gerauft. Er ist unglaublich stark für sein Alter. Er hat sich extrem angestrengt, mich zu bezwingen, was ihm nicht gelang. Seine Augen blitzten, und er sagte plötzlich: „Du bist noch schöner als Deine Schwester“. Und er zeigte mir – und ich musste fühlen! – seine Bizeps, und er machte Liegestütz für mich, mit den Beinen auf der Bank…

In der Volksschule, in die er geht, ist er nicht der einzige aus einem fernen Land. Aber es sind auch nicht viele. Das scheint gut zu funktionieren. Er macht sich gut und ist beliebt. Die Kinder werden altersgemäß eingestuft und bekommen in den Stunden, die für sie aufgrund der Sprachbarrieren noch sinnlos wären, zusätzlich Deutsch-Unterricht.

Mulham wird manchmal aggressiv. Wenn er etwas nicht versteht (Waldviertler Dialekt kann erbarmungslos sein, ist aber in seinem Umfeld die sprachliche Realität). Und wenn er sich mitteilen will, und es (noch) nicht konkret in Worte fassen kann. Wer könnte es ihm verübeln…

Er quengelt, wenn er müde ist, wenn er überfordert ist, sich nicht verstanden fühlt. Wie jedes Kind.

Seine Pflegeeltern sagen, er ist schon viel ruhiger geworden in den Wochen, die er jetzt bei ihnen lebt.

Ich habe großen Respekt vor Mulham. Ich bin für die Begegnung mit ihm dankbar und ich freue mich auf ein Wiedersehen.

Neujahrsvorsätze sinnvoll umsetzen – Teil 1: Joggen

Mein Neujahrsvorsatz für 2015 ist es, Euch bei Euren Jahresvorsätzen zu helfen. Da ich in meinen Erstgesprächen als Trainerin gerade zu Jahresbeginn häufig mit seltsamen – um nicht zu sagen unsinnigen – Vorstellungen und Wünschen von Kunden konfrontiert werde, möchte ich hier in loser Folge, aber in Serie, ein paar Do- und Don’t- Tipps geben, damit aus oft nebulos gefassten Vorsätzen realistische Möglichkeiten mit erreichbaren Zielen werden.

Teil 1: AB JETZT GEHE ICH REGELMÄSSIG JOGGEN

Ein guter Vorsatz (Laufen ist praktisch, günstig, effektiv, es entspannt und verbrennt Kalorien) – dem aber bitte vor überstürzter Umsetzung Vorbereitung vorangehen sollte. Sonst bleibt es nach zwei oder drei Anläufen, die im besten Fall „nur“ zu Muskelkater und Frustration führen, alles beim Alten. Gesundheits-Sport soll Spaß machen!

  • Erst einmal gilt es abzuklären, ob dieser Vorsatz für Dich sinnvoll ist. Gründe, die – vor allem in Kombination – zB. dagegen sprechen können sind: Hohes Übergewicht, lange Zeit der absoluten sportlichen Abstinenz, Kreislaufschwäche, Gelenksprobleme (Knie!). Trifft einer dieser Faktoren zu, wäre es besser, es erst einmal zB. mit zügigem Gehen, Nordic Walking oder Radeln am Hometrainer zu versuchen.
  • Sind oben genannte Faktoren geklärt, geht es an die Vorbereitung: Laufen gehört zu den günstigsten Sportarten. Trotzdem muss man unbedingt in eine gute Ausrüstung investieren, um erfolgreich, lustvoll und gesund zu trainieren. Am wichtigsten sind wirklich gute Laufschuhe. Und das sind nicht die Treter, die doch vor zehn Jahren gut genug waren, und auch nicht die ausgelatschten Sportschuhe von der Freundin. Gute, individuell passende Laufschuhe kannst Du nur im Fachgeschäft mit eingehender Analyse und Beratung kaufen! Hier ist Sparen absolut fehl am Platz! Gelenkschäden im Kniebereich handelt man sich schneller ein, als man laufen kann.
  • Zur kalten Jahreszeit solltest Du auch auf entsprechende Kleidung achten. Nicht zu warm anziehen – aber Oberkörper und Kopf müssen warm bleiben. Funktions-(Unter-)wäsche ist heutzutage erschwinglich und üblich. Doch Vorsicht vor der Kombination von Funktions- und Naturfasern – das kann sich gegenseitig behindern!
  • Wenn es nun mit dem Training losgeht, dann bitte nur in positiver Stimmung (nicht: das MUSS jetzt sein, um Kilos loszuwerden, fitter zu werden, ect) und in prinzipiell guter, gesunder Verfassung. Zeit dafür solltest Du unbedingt – am besten auf Wochen – im Terminkalender mit höchster Priorität einplanen (Zeit übrig bleibt nämlich selten, und das angestrebte Training somit schnell auf der Strecke).
  • Und, das Wichtigste überhaupt: Mit Plan beginnen! Nicht nach dem Motto, XY läuft dort so und so lange, das schaff ich locker, oder diese Strecke hab ich doch vor Jahren in dieser Zeit geschafft, das geht doch… Frustration ist Euch ansonsten garantiert, und der gute Vorsatz ist schnell beim Teufel. Ziele also realistisch und einfach setzen. Dann sind diese auch erreichbar und sorgen für weitere Motivation.
  • Vor dem Lauftraining: Zumindest die Hüfte, das Kniegelenk und das Sprunggelenk mobilisieren!
  • Wie kann so ein Trainingsplan nun in der Praxis aussehen? Einfacher, als Du denkst. Aber effektiver, als Du glauben würdest! Auf spezielle Bedürfnisse oder Voraussetzungen an dieser Stelle einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Trotzdem hier der Versuch zur Anleitung für mögliche, erste (Lauf-)Schritte:
  1. Woche: Drei Mal 30 Minuten zügig gehen.
  2. Woche: Ebenfalls drei Einheiten pro Woche einplanen. Dabei aber fünf Mal zwei Minuten laufen und dazwischen zwei Minuten Gehpause einlegen.
  3. Woche: Ebenfalls drei Einheiten: Dabei vier Mal drei Minuten laufen und dazwischen zwei Minuten Gehpause.
  4. Woche: Drei Mal vier Minuten laufen mit zwei Minuten Gehpause
  5. bis 10. Woche: Steigern! Drei Mal fünf Minuten, drei Mal sieben Minuten, drei Mal acht Minuten,… 2 Mal zehn Minuten, 2 Mal 12 Minuten… (dazwischen immer Gehpausen).

Somit ist man in etwa zwölf Wochen – je nach Variation – in etwa bei zwei Mal 15 Minuten und zum krönenden Abschluss bei ein Mal 30 Minuten angelangt. Ein realistisches Ziel, das viel bringt, Spaß macht und auf gesunde Art und Weise erreichbar ist!

Vorsicht also vor zu viel Ehrgeiz, der Erfolg kommt nur bei maßvollem Beginn.

Spätestens dann, wenn dreißig Minuten langsamer Dauerlauf drei Mal die Woche möglich sind, sollte man sich über die Lauftechnik Gedanken machen – nicht weil wir schon in die Profi-Liga aufsteigen, sondern effektiv und gelenkschonend trainieren wollen! Das Zauberwort dazu heißt Lauf-ABC. Doch darüber das nächste Mal mehr.

Neulich beim AMS

Eine sehr genau nacherzählte Geschichte einer Freundin, die in 20 berufstätigen Jahren hohe Sozialversicherungsbeiträge einbezahlt hat, ihren Job verlor, als Selbständige nicht weiterkam und dringend wieder arbeiten möchte.

Betreuerin: Tag.

Eva: Guten Tag, schön, dass es endlich soweit ist!

Betreuerin: Wie meinen Sie das denn???

Eva: Naja, ich habe mich vor zwei Monaten arbeitssuchend gemeldet und warte seither auf einen Beratungstermin bei Ihnen.

Betreuerin: Aha. Ähm. Ja und was kann ich denn für Sie tun?

Eva: Also ich bin davon ausgegangen, dass Sie dafür da sind, einen Job für mich finden. Oder dass Sie mir dabei behilflich sein werden, einen zu finden.

Schweigen…

Betreuerin: Was haben Sie denn die letzten Monate so gemacht?

Eva: Ich hab versucht, selbständig Fuß zu fassen, Geld zu verdienen, mit …. leider nicht sehr erfolgreich. Überall wird nur eingespart und abgebaut.

Betreuerin: Aha. Ja.

Eva: Es gäbe da eine Ausbildung, die mir helfen könnte, meine Kenntnisse auf den neuesten Stand der Dinge zu bringen…Gibt es eine Möglichkeit, dafür eine Förderung zu bekommen?

Betreuerin: Ha, wir haben heuer kein Geld mehr für Ausbildungen. Und wieviel es nächstes Jahr geben wird, ist noch nicht klar. Und wenn wir Ausbildungen bezahlen, dann auch nur die, die direkt vom AMS vermittelt werden. Sie können da ja mal auf der Homepage schauen.

Eva: Aha… Also, wenn Sie meinen Lebenslauf, meine Berufserfahrung, meine Ausbildungen ansehen – vielleicht fällt Ihnen ja eine Möglichkeit ein, die passen könnte und auf die ich bisher nicht selbst gekommen bin?

Betreuerin: Ich kann Sie bei den …Berufen einbuchen bei der Vermittlung, dann würden wir vielleicht eher etwas für Sie finden.

Eva: Aber genau in den Bereichen habe ich es doch monatelang erfolglos probiert.

Betreuerin: Aha. Aja.

Eva: Und mit der Ausbildung, die ich vom Stiftungsprogramm nach der Kündigung gefördert bekam, bekomme ich nicht einmal einen Gewerbeschein. Geschweige denn eine Anstellung irgendwo. Wie wäre es denn, wenn ich es in der Erwachsenenbildung probieren würde? Ich mein, ich kann doch so viel, ich weiß doch so viel…?

Betreuerin: Dafür brauchen Sie auch erst einmal diese und jene Ausbildung. Und damit finden Sie auch keine Anstellung, sondern höchstens fixe freie Arbeitsverhältnisse. Meist in Zusammenhang mit Programmen, die vom AMS mit angeboten werden. Und da da einiges eingespart werden wird, sehe ich nächstes Jahr schon hunderte solche Trainer vor der AMS-Tür stehen. Wäre also keine gute Wahl.

Eva: Aha.

Betreuerin: Also, dann sehen wir beim nächsten Termin im Jänner weiter.

Eva: Das ist in zwei Monaten! Haben Sie denn nicht irgendeine Empfehlung für mich, für die Zwischenzeit?

Betreuerin: Hm…

Eva: Was ist mit einem Computerführerschein? Ich könnte doch zumindest einen Computerführerschein machen in der Zeit!

Betreuerin: Ja, das geht immer, das könnten Sie dann auch in Ihrem Lebenslauf dazuschreiben. Warten Sie… Der nächste freie Informationstag dafür wäre in sechs Wochen. Der Start für den Kurs, wenn Sie sich dafür entscheiden, dann frühestens Anfang nächsten Jahres.

Eva: Aha. Na das dauert ja noch ewig bis dahin! Und sonst?

Betreuerin: Hm…Es gibt eine Organisation, die ein Mentoring-Programm für höher qualifizierte Frauen, die arbeitssuchend sind, anbietet. Ich rufe dort an und mache einen Termin für Sie, wenn Sie möchten.

Eva: Ja, gerne, ich bitte darum!

Betreuerin: Oaje, Termine dort gibt es auch erst wieder nächstes Jahr.

Eva: Aha. Oaje.

Betreuerin: Also, Ihren nächsten Termin bei uns im Jänner, den kriegen Sie dann über das ems-Konto zugeteilt, das wird aber bei einer Kollegin sein, wir wechseln da gerade…

Eva: Oaje, das klingt mühsam, also organisatorisch mein ich, für Sie…

Betreuerin: Nein, das ist schon gut so, das ist sogar gewollt. Oft hat ein Berater einen anderen, neuen Blick auf Arbeitssuchende, den man selbst nicht gehabt hat.

Eva: Aha. Na dann.

Betreuerin: Wiedersehen.

Eva: Wiedersehen.

Zwischen Wellness und Weisheit

 

Das Ziel von Ayurveda ist ganzheitliche Gesundheit, der Weg dahin Bewusstseinsentwicklung. Das Wissen um die Heilkraft der Natur schlummert seit tausenden von Jahren in jedem von uns. Man muss es nur wecken. Die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Mit leuchtenden Augen, strahlendem Teint und innerer Ruhe kehren sie zurück. Sie haben offensichtlich ein paar Kilos ihres Gewichts und scheinbar Jahre ihres Lebensalters zurückgelassen − und schwören oft mit missionarischer Getriebenheit auf eins: Ayurveda. Keine Extremsport-Art, kein Luxus-Resort und kein noch so exotisches Urlaubsziel kann sie mehr begeistern. Alles abgehakt. Sie sind auf der Suche nach Erleuchtung, oder zumindest nach Ausgeglichenheit und Wohlbefinden.

Und das finden sie auch, in einem Ayurveda-Hotel auf Sri Lanka oder in Indien. Trifft man die Rundum-Erneuerten ein paar Wochen später, ist oft die Frische aus dem Gesicht gewichen, das Leuchten in den Augen gegen dunkle Ringe getauscht und der Hosensaum spannt wieder. Ihre Gedanken kreisen um Termine und andere Stressfaktoren des Berufs und des Alltags. Die Entspannung ist dahin.

Schubumkehr Woran das liegt, ist offensichtlich. Bei einer mit zwei bis drei Wochen ohnehin knapp bemessenen Aufenthaltsdauer hat der Körper prinzipiell mit Jetlag und Klimaveränderung zu kämpfen. Das bremst die neuen Energien und zehrt an den Kräften.

Zurück in der Heimat, glauben viele, ein paar indische Gewürze und exotische Zutaten machen die Ayurveda-Küche aus. Neben Wissen und persönlicher Anleitung fehlt es auch an Möglichkeiten, Mahlzeiten in Ruhe und zur richtigen Zeit einzuhalten. Und der unveränderte Alltag lässt keine Zeit für Meditation oder Yoga.

„Einstellung und Bewusstsein werden durch eine Kur nicht soweit beeinflusst, dass sich eine Nachhaltigkeit einstellen kann“, ist Dr. Lothar Krenner überzeugt. Der Ganzheitsmediziner ist Vorstandsmitglied der Österreichischen Ärzte-Gesellschaft für Ayurvedische Medizin und ordiniert im Maharishi Ayurveda Gesundheitszentrum in Wien (http://www.ayurveda.at). „Natürlich hat eine Kur im Ursprungsland seine Vorteile und Reize; vorausgesetzt, es handelt sich um ein qualitativ anspruchsvolles Angebot.“

Lukrativer Tourismuszweig Als Laie eine Auswahl zu treffen, ist schwierig. Ayurveda hat sich zu einem lukrativen Tourismus-Zweig entwickelt. Auch sollte der Interessierte vorher wissen, was er denn selbst erwartet: Einen Urlaub am exotischen Strand, in Verbindung mit ayurvedischen Wellness-Massagen? Eine wirkliche Panchakarma-Entschlackungskur? Typ- und situationsgerechte Ernährung, Yoga und Meditation?

Oft fehlt es an Dolmetschern, die einem die vor Ort angewandte Ayurveda-Lehre so erklären, dass man davon etwas mit nach Hause nehmen kann. „Wer es ernst meint, sollte nach einem staatlich geprüften Haus in Indien fragen“, so Krenner. Solche Kurhäuser werden z.B. vom Reiseportal http://www.newlifetravel.de angeboten. Doch nichts geht über persönliche Empfehlungen von Auskennern.

„Auch im Westen gibt es mittlerweile gute Häuser“, führt Krenner aus. Hier sei allerdings genauso Vorsicht geboten. Die Tatsache, dass ein Hotel Ayurveda-Massagen anbietet und einen indischen Arzt im Haus hat, bedeute nicht zwangsläufig, hier auch in guten Händen zu sein. Hinter Angeboten, die mit Ayurveda locken, stecken oft Wellness-Hotels, die höchstens eine Art von ayurvedischer Behandlung im Programm haben. Und abends – zur nach Ayurveda ungünstigsten Zeit – steht dann mehrgängige Hausmannskost am Speiseplan.

Auszeit oder Neuorientierung Wer nicht nur einmal im Jahr mittels Ayurveda eine Auszeit sucht, sondern sein Leben neu orientieren will, sollte möglichst alle Säulen dieser tausende Jahre alten, ganzheitlichen Naturheilkunde berücksichtigen. Erstaunlicherweise lassen sich ayurvedische Aspekte in jedes medizinische Grundsystem einbauen – auch Dr. Krenner zieht zur Pulsdiagnostik z.B. Blutbefunde oder Röntgenaufnahmen zu Rate.

Natürlich kann man sich im Eigenstudium erst einmal mit einem Aspekt, nämlich der Ernährung, beschäftigen. Zahlreiche Internetseiten bieten Tests an, anhand derer man seinen Typ bestimmen kann. Es werden die fünf Elemente Luft, Feuer, Wasser, Erde und Raum werden dabei als Grundlage allen Lebens betrachtet.

Aus den Eigenschaften dieser fünf Elemente werden die drei ayurvedischen Funktionsprinzipien abgeleitet, genannt Doshas: Der Vata-Typ wird von Luft und Raum bestimmt und steht für Bewegung und Aktivität. Von Feuer und Wasser bestimmt wird der Pitta-Typ; er liebt Herausforderung und Perfektionismus. Der Kapha-Typ neigt zu Übergewicht und ist unsportlich. Geprägt wird er von Erde und Wasser.

„Es gibt Menschen, da springt einem die Veranlagung auf den ersten Blick entgegen“, Krenner. Doch trotz vorhandener Dominanz ist fast jeder Mensch ein Misch-Typ. Das Wissen darum reicht aber noch nicht aus, um die Ernährung danach zu richten.

Empfehlen, nicht zwingen Was aus ärztlicher Sicht dazu gehört, sind die jeweilige Verfassung, mögliche Störungen des Doshas und des Verdauungssystems. „Man muss alles berücksichtigen, dann kann man Empfehlungen aussprechen. Aber nichts aufzwingen. Wenn jemand z.B. auf sein Frühstücksei nicht verzichten will, ist es in Ordnung. In der ayurvedischen Medizin geht es nicht darum, etwas von außen überzustülpen. Das Wissen ist ja im Menschen selbst vorhanden!“

In Krenners Praxis kommen chronisch Kranke oder austherapierte Menschen, die neue Ansätze neben der Schulmedizin suchen. Doch die Zahl gestresster, belasteter Patienten mittleren Alters wächst – ein Zeichen der schnelllebigen Zeit und des Wunsches nach Veränderung.

Selbstdiagnostik auf ayurvedisch ist in etwa so seriös wie der Glaube ans Tageszeitungs-Horoskop. Und auch ayurvedische Rezepte aus dem Internet sind mit Vorsicht zu genießen: Eine Pizza mit Belag aus der Konservendose wird durch die Beigabe von Kurkuma und Ghee noch lange kein ayurvedisches, für alle Typen passendes Gericht. Darüber hinaus aber hat die ayurvedische Ernährung viel mehr mit westlichen Empfehlungen gemeinsam, als man glaubt.

Hunger ist der beste Koch Man sollte nur essen, wenn man Hunger hat und die vorangegangene Mahlzeit vollständig verdaut ist (4 bis 6 Stunden). Eine halbe Stunde vor und nach dem Essen wird ein Glas Wasser getrunken. Obst, Blattsalate und Gemüse stehen ganz oben am Plan. Speisen sollten frisch, regional, biologisch, leicht verdaulich und nicht stark gewürzt sein. Zum Essen gehören Zeit und eine angenehme Atmosphäre.

Spezieller sind schon folgende Richtlinien: Ein Ayurveda-Gericht trägt alle sechs Geschmacksrichtungen in sich (süss, sauer, bitter, scharf, salzig, herb). Und: Es sollen Lebensmittel gegessen oder Tees getrunken werden, die nicht dem eigenen Typ entsprechen, um ausgleichend zu wirken. Die Hauptmahlzeit soll mittags eingenommen werden, in der Zeit von 6 bis 10 und ab 18 Uhr ist die Verdauungskraft am trägsten.

Doch, wie gesagt, mit der Ernährungsumstellung allein ist es nicht getan. Für ein ganzheitliches Ayurveda-Leben ist das Erlernen und regelmäßige Ausüben von Transzendentaler Medidation und Maharishi Yoga genauso wichtig.

Stars schwören darauf Gerade die Technik der transzendentalen Meditation (TM) hat nicht nur Glaubensvertreter aller Richtungen, sondern auch die Stars dieser Welt erreicht. Ob Filmemacher David Lynch, Ex-Beatle Paul McCartney, TV-Moderatorin Oprah Winfrey, Regisseur Martin Scorsese oder Clint Eastwood – sie alle praktizieren die TM-Technik und setzen sich für ihre Verbreitung ein. Wie sagte der seit 40 Jahren praktizierende Eastwood bei einer TM-Veranstaltung so schön: „Ich glaube, TM ist ein großes Werkzeug für jeden Menschen – ein Werkzeug gegen Stress. Es gibt genügend Studien, die zeigen, dass TM für jeden Menschen hilfreich sein kann – warum hätte ich sonst die TM all die Jahre praktiziert?“

Wie soll wenig viel helfen? Das Märchen vom Fettverbrennungspuls

Genau so ist es, meine Damen:

Gesundheit und Fitness

Gewichtsreduktion ist nach wie vor eines der häufigsten Ziele im Fitnessbereich. Doch wie kann man dies am effektivsten erreichen? Locker Laufen mit besten Ergebnissen, der Osterhase und andere Kuriositäten!

Wer hat nicht schon einmal was vom Fettverbrennungspuls gehört? Brigitte-Leser wissen Bescheid.  😉

Angeblich gibt es eine optimale Trainingsintensität (60-70%), in welcher die Fettverbrennung maximal aufgedreht ist. Eine Herzfrequenz darüber vermindert angeblich den Anteil von Fetten am Energiestoffwechsel. Daher müssten die Resultate von einem moderaten Pulsschlag besser sein als von einem hohen Wert – geht denn das?

Das Märchen um einen optimalen Fettverbrennungspuls resultierte aus einer fehlerhaften Schlussfolgerung: Fettverbrennung bedeutet nicht eine Reduktion der unschönen Fettdepots sondern nur, dass freie Fettsäuren zur Energiebereitstellung herangezogen werden. Es gilt zwischen relativem und absolutem Verbrauch zu unterscheiden. Übersteigt man nämlich die magische Grenze, so wird der Stoffwechsel zunehmend unökonomischer und die Energieausbeute sinkt überproportional, die Energiespeicher entleeren sich schneller. Die Fettverbrennung nimmt ab obwohl…

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